Ziel

Das Ziel des EPOS-Verbundprojektes besteht in der Erforschung produktionstauglicher, material- und energieeffizienter R2R-Prozesstechnologien für die komplett atmosphärische (vakuumfreie) Prozessierung semi-transparenter OPV. Die Semitransparenz wird häufig als besonderes Alleinstellungsmerkmal organischer Solarzellen propagiert (z.B. Strategische Forschungsagenda OLAE, Dez 2009 und Photonik Forschung in Deutschland, 2011). Semitransparente Solarzellen sind für eine Vielzahl von Anwendungen besonders attraktiv, z.B. zur Integration in Gebäude, den öffentlichen Raum und in Fensterelemente von Verkehrsmitteln. Damit werden Anwendungsfelder erschlossen, welche für etablierte Photovoltaik nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind. Für diese neuartige Funktionalität wird zukünftig ein großes Marktpotential gesehen.

Im Rahmen der vollständigen Wertschöpfungskette des EPOS-Projektverbundes sollen Ergebnisse der Grundlagenforschung im Bereich Material, Prozessierung und Systemaufbau der OPV auf die R2R-Prozess-/Fertigungstechnik übertragen werden. Dabei sind die Ausrichtung der OPV-Zelle auf die zukunftsweisenden End-Anwendungen in den Bereichen Architektur und Textil Voraussetzung für die erfolgreiche künftige Kommerzialisierung der OPVTechnologie.

Von herausragender Bedeutung ist außerdem die Verfügbarkeit eines standardisierten elektronischen Interface (SEI) in Form einer flexiblen bzw. semiflexiblen Mikroleiterplatte zur intelligenten Zusammenschaltung von flexiblen OPV-Zellen zum Modul, welches beim Fertigungsprozess in das Modul integriert wird.

Die Verfügbarkeit der R2R-Anlagentechnik ist die Voraussetzung für die Verwertung der Forschungsergebnisse durch die angestrebte wirtschaftliche Massenfertigung von OPV und wirkt dabei über die Vermarktung der Produktionstechnik als Multiplikator.

Durch Einsatz von Drucktechnologien ohne Vakuumtechnik und Lithographie kann organische Photovoltaik potentiell energieeffizient, preiswert und massenhaft produziert werden. Semi-transparente OPV adressiert neue Anwendungsszenarien, und tritt somit nicht in direkte Konkurrenz mit bereits gut entwickelter anorganischer Photovoltaik. Damit muss die OPV nicht erst etablierte PV aus bestehenden Anwendungen verdrängen, sondern es erschließen sich zusätzliche Anwendungen für die Photovoltaik, die auch einen schnelleren Markteintritt für diese neue Technologie ermöglichen.